Ariadne

Eine musikalische Spurensicherung
— „Ariadne war es müde, auf Theseus Wiederkehr aus dem Labyrinth zu warten (…). Der Faden ist gerissen, und Theseus kommt nicht wieder. Er rennt und rast, taumelt und tanzt durch Gänge, Tunnel, Keller, Höhlen, Kreuzwege, Abgründe, Blitz und Donner .. “
Michel Foucault „Der Ariadnefaden ist gerissen“

Urufführung: 2005 München / Neues Theater München, i-Camp

Ein Frauenchor mit 5 singenden und sprechenden Ariadnen spinnt den Ariadne-Faden. Da singt Ariadne I, die Liebende, eine herzergreifende Arie, während die anderen an ihr zerren, einfach ihr Strickkleid auftrennen. Da schreit Ariadne II, die Wahnsinnige, verwandelt sich in eine Spinne, die ihren eigenen Faden spinnt. Da sitzt Ariadne III, das Kind, summt Kinderlieder und spricht Reime, baut aus Fäden ein Labyrinth. Da wacht Ariadne IV, die weise Mutter, singt Fäden in obersten Tönen. Da spinnt Ariadne V, die Rebellin, weil ihr der Faden aus der Hand genommen wurde.

Michaela Götz, Judith Huber, Claudiha Matussek, Monika Manz, Cornelia Melián Gesang, Stimme, Performance / Helga Pogatschar Musik / Axel Tangerding Regie / Isabelle Krötsch Kostüme & Bühne / Andrea Heuser Text / Isabelle Krötsch Fotos

 


Presse

Fünffache Ariadne im Theater i-camp Theater
Vier weibliche Wesen – ins Feuerrot der Liebe gekleidet. „Nummer fünf, die Rebellin, trägt nur noch eine rote Nelke am Herrenjackett … Diese fünffache Ariadne redet sich u.a. mit Foucault, Genet und Ovid den Frust von der Seele, singt sich frei, raunt, flüstert, hechelt und zelebriert ein parodistisch nuttiges Beschwörungsritual … Wenn man vergleicht mit dem Budget und technischen Apparat von staatlicher Oper, dann ist hier doch das gelungen, was Cornelia Meliáns arme freie Gruppe stolz als Titel trägt: eine ansehnliche „Micro Oper“. Malve Gradinger, Münchner Merkur