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One-Woman-Opera
Ein Musiktheater in 4 Szenen, eine Reise durch Frauenwelten
komponiert von

Irinel Anghel (*1969) • Shopping in Paradoxesphere (Auftragswerk)
Juliane Klein (*1966) • Sie ist 40 (Auftragswerk)
Charlotte Seither (*1965) • One-Woman-Opera (2004)
Carola Bauckholt (*1959) • Die Alte (2001)

MITWIRKENDE
Cornelia Melián • Sängerin und Performerin
Cornelia Melián und Team • Idee und künstlerische Leitung
Judi Wilson und Team • Regie
Magdalena Gut • Bühne/Kostüme
Axel Tangerding • Dramaturgie

BISHERIGE AUFFÜHRUNGEN

– Uraufführung im Rahmen der Münchener Biennale, April 2008
– Meta-Theater, Moosach, Mai 2008

– Teatrul Odeon, Bukarest, Juni 2008

schwere reiter, München, Februar 2009
– Kosmos Theater Wien, November 2009

PRODUKTION
Micro Oper München in Zusammenarbeit mit  dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Münchener Biennale, dem Meta-Theater München und ARCUB Bukarest. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V., Ernst von Siemens Musikstiftung und die Stiftung Oklahoma

BESCHREIBUNG
Cornelia Melián stieß 2006 auf Stücke von Charlotte Seither und Carola Bauckholt, die sich mit den alltäglichen Erfahrungen unseres Seins auseinandersetzen. Das von Frauen aus ihrer Erfahrungsperspektive Erzählte inspirierte sie dazu, eine Sängerin als Spielfigur in den Mittelpunkt von vier Solo-Gesangsstücken zu stellen. Irinel Anghel und Juliane Klein konnte sie für Auftragskompositionen gewinnen.
So entstand eine Folge von vier Szenen. Sie bilden zusammen ein Assoziationsgeflecht, ein Kaleidoskop an Wahrnehmungen. Gleichzeitig stellen sie allein schon in der durchgehend präsenten Protagonistin, eine geschlossene Einheit dar. Kleine Welten kommen wie zufällig zusammen, sie spiegeln sich aneinander, tauschen sich aus. Unterschiedliche Arten von Geräuschen und Musik verdichten sich zu einer Handlungs-Partitur: vom schweratmigen Seufzen der Alten, über die Frage nach der gesellschaftlichen Position einer vierzigjährigen Frau, die sich im Fadenkreuz von Realität und Möglichkeit befindet, bis hin zu einer Geisterbahnfahrt durch das Reich des Konsums. One-Woman-Opera stellt den Satz des Erschreckens in den Raum: Ich sehe heute nicht gut aus! Schrill beginnt die Suche nach den Ursachen.
Inszenierung und Bühnenbild verbinden die vier Micro-Opern durch einen großen dramatischen Bogen: Eine Frau ist allein in ihrem Haus. Sie durchstreift die Räume, die unterschiedliche Assoziationen, Erinnerungen und Fantasien wachrufen. Die Möbel sind bekleidet. Sie scheinen wie beseelt, werden zu Dialogpartnern, zu Betrachtern. Aber sie sind nur Gegenstände des Alltags, welche die abgelegten Kostümteile der Frau tragen. Sie tauschen ihre Kleider, die Frau wechselt ihr Erscheinungsbild, ihre Rolle. Der nackte Stuhl ist nur ein Stuhl, die Frau aber kann vielleicht sogar schweben…

Irinel Anghel (*1969), Komponistin, Multi-Instrumentalistin und Improvisatorin, studierte Komposition an der Universität Bukarest, an der sie 1996 den Master, 2003 den Doktor im Fach Komposition erwarb. Im Ensemble Pro Contemporania, das sie leitet, spielt sie Klavier, Mini-Keyboards, Akkordeon, elektrische Gitarre, Gu Zheng, Koto, Khaen und Schlagzeug. Sie vertritt einen neuen Surrealismus in der Musik. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter auch den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Juliane Klein (*1966), begann ihr Musikstudium 1978 als Jungstudentin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin in den Fächern Klarinette, Klavier, Komposition, Tonsatz und Improvisation. 1989, 1992 und 1996 legte sie ihre Diplomprüfungen in Komposition, Tonsatz und Klavier ab. 1989-92 unterrichtete sie an derselben Hochschule Tonsatz und Komposition, 1993-97 folgte ein Aufbaustudium bei Helmut Lachenmann in Stuttgart. Sie komponiert Werke für das Musiktheater, Solostücke, Lieder, Kammer- und Orchestermusik.

Carola Bauckholt (*1959), studierte Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio  Kagel an der Musikhochschule Köln. Sie ist Mitbegründerin des Thürmchen Verlages (1985) und des Thürmchen Ensembles  (1991). Förderung durch zahlreiche  Stipendien, zuletzt 1997 Villa Massimo in  Rom. Ihre Musik erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und wird in  Europa, Amerika und Asien gespielt und  gesendet.

Charlotte Seither (*1965), studierte Komposition, Klavier, Germanistik und Musikwissenschaft in Hannover und Berlin. 1998 promovierte sie zum Doktor der Philosophie. Seit 2000 kommen ihre Werke bei zahlreichen internationalen Festivals zur Aufführung. Mehrfach war sie Preisträgerin internationaler Wettbewerbe und erhielt Stipendien, u. a. für die Cité des Arts Paris und die Villa Aurora Los Angeles. Seit 1999 lehrt sie an der Universität Magdeburg, seit 2002 auch an der Hochschule für Künste Bremen.

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