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PRESSE
One-Woman-Opera
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2008
„...Zunächst portraitierte die großartige Sängerin und Performance-Künstlerin Cornelia Melián in der Black Box in einer Art Wohnzimmerlandschaft vier Frauentypen: schnarchend, mümmelnd, brabbelnd, plötzlich aufschreckend und am Ende mit zitronengelbem Schirmchen ins Nichts tanzend “Die Alte“ von Carola Bauckholt; mit Charlotte Seithers titelgebender „One-Woman-Opera“ folgte das köstliche Solo „für Stimme mit Handpercussion“ einer gelangweilten Ehefrau vor dem Spiegel, die erst einmal Musik macht auf Sektgläsern, bevor sie selbige genussvoll aussüffelt; uraufgeführt wurden Irinel Anghels „Shopping in Paradoxphere“ über eine selbstverliebte Dame mit Schuhtick und zum Abschluss Juliane Kleins „Sie ist 40“, eine „Oper für Sängerin mit 3 Röhrenglocken, 2 Gongs und CD-Player“ – leider das konventionellste Stück eines kurzweiligen, amüsanten Vorabends....“
Klaus Kalchschmid
Münchner Merkur, 03.06.2008
„...ein spannender Abend. Ein Experiment mit vielen Nuancen und ein elektrisierender Ausflug in die neue Musik.“
Nicole Sutherland
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2008
Im Antlitz des Lebens vergehen /
Performance-Künstlerin Cornelia Melián setzt die Turbulenzen des Älterwerdens beeindruckend in Szene
Schon das Konzept ist schön: Vier Frauen schreiben für eine Frau über Befindlichkeiten von Frauen aus ihrer Sicht. Die in Moosach lebende Sängerin und Performance-Künstlerin Cornelia Melián hatte auf der Suche nach kurzen Szenen zwei Stücke von Carola Bauckholt (1959) und Charlotte Seither (1965) gefunden. Das ließ die Idee reifen, diese kurzen Draufsichten auf Weibliches und allzu Weibliches zu einem abendfüllenden Programm zu ergänzen. Gewonnen wurden noch die in Bukarest lebende Irinel Anghel und die Komponistin Juliane Klein. Bei der Münchener Biennale gab es jüngst die Uraufführung. Jetzt ging man ins eigene Meta-Theater.
Vier Perspektiven, vier ganz unterschiedliche Herangehensweisen: Carola Bauckholt hat sich schon immer musikalisch für die Welt der Geräusche interessiert für seine Schönheit und Lebensnähe. Hier in der Szene „Die Alte“ betrachtet sie die Zonen des Wollens aber Nicht-Mehr-Könnens. Schwerer Atem, krächzende Laute deuten ausdrucksstark an, dass die Greisin noch einmal schön wie in ihrer Jugend Laut geben oder singen will, aber es mag nicht mehr gelingen. Trauer, Verdruss, aber auch spöttische Häme und Gereiztheit mischen sich unter und formen einen eindrücklichen Blick auf die Vergangenheit.
Charlotte Seither entwickelte ein multiperspektives Bild, das sich am Satz „Ich sehe heute nicht gut aus“ aufspannt. Das wird hin und her gespielt zwischen mehreren (weiblichen) Positionen, die Attitüde der Eitelkeit klingt in ariosoartigen Passagen auf. Gelächter, Selbsttäuschungen und Überspielungen reichen sich die Hand. Ein Satz des Mystikers Angelus Silesius (nicht eine Sonne, sondern 1000 Sonnen) beruhigt die Aufgewühltheit.
Die Rumänin Irinel Anghel wiederum wandte sich einem Aspekt zu, der in ihrem Heimatland in den letzten Jahren wohl schreiend in den Vordergrund trat: „Shopping in Paradoxphere“. Was ist in einer Welt, in der alles käuflich ist, was geschieht mit den Illusionen, mit den inneren Trieben, was mit der Bestechlichkeit unserer Sinne. Die von CD eingespielte Musik wirkte wie in PR-Waschmaschinen weichgespült und flüstert vorgetäuschte Beruhigung ins Ohr, Mikrophon oder Stöckelschuh widersprechen als Sexsymbole. Und Juliane Klein schließlich lieferte so etwas wie eine Abgesangsszene mit dem auf die Komponistin selbst bezogenen Titel „Sie ist 40“. Gesang mit Rückgriff auf Wendungen des romantischen Lieds spiegelt sich im Alter Ego der CD –Zuspielung. Das Janusköpfige der Lebenssituation – noch jung oder schon alt?- findet musikalischen Widerhall.
Das alles war eine riesige Herausforderung an die Interpretin: Sprachlaute zwischen gutturalem Murmeln und exzessivem Schrei, Gesangslinien größter Spannweite, Bedienung von Instrumenten, darstellendes Spiel und Verkleidung forderten gewissermaßen einen ganzkörperlichen Einsatz. Cornelia Melián entwickelte alles souverän und mit größter Präsenz vor dem Auge des Zuschauers. Begeisterter Beifall.
Reinhard Schulz
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Play Away
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2007
Playstation für Erwachsene /
Die Micro Oper spielt Skurriles im i-camp
Natürlich sind wir schon mitten in der Fastenzeit, aber ein schillernder Wandteppich aus kleinen bunten Bällen, der Seventies-Revival-Look mit Ringelshirts über Latzhosen für zwei Damen und ein leuchtend-orangfarbenes Hemd über Schachbrett-Weiss-Rot für den Cellisten, dazu zweckentfremdete, von innen beleuchtete Plastikkörbe aus dem Baumarkt um einen Flügel herum - das alles sah im i-camp doch herrlich schräg und karnevalistisch aus – wie eine Playstation für Erwachsene.
Drei Stücke zum Thema „Spiel“ in allen Varianten präsentierten mit großem Witz Cornelia Melián, Sabine Liebner - die „micro oper münchen“ - und Mathis Mayr in diesem Ambiente (Bühne und Licht: Axel Tandering): Die Uraufführung von Markus Schmitts „Play away“ – eine exakte Umsetzung von Gertrude Steins Sprachspiel „play“ aus dem Jahr 1909 in Gesten, Geräusche und Töne - spannte einen Bogen vom fast stummen Beginn mit durch die Luft zischenden Reitgerten über sprachakrobatische Dialoge, ein Duett zwischen quietschenden Filzstiften, Klavier-Gezirpe der drei Musiker, die dafür fast in den Flügel kriechen, bis zum finalen großen „Konzert“ für Stimme, Cello und Klavier. Da führte Mathis Mayr mit seinem Cello einen Veitstanz auf und die Pianistin durfte nicht minder virtuos Saiten zupfen und Tasten schlagen, während Cornelia Melián nur so ploppte, spuckte und röchelte.
Daran knüpfte Carola Bauckholts „Der gefaltete Blick“ an, und die Dreierbande trieb die Absurdität in Richtung Beckett-Nonsense nun auf die Spitze. Plötzlich tragen alle seltsame Regenmäntel samt Schirm, singen auf Gläsern, sitzen an roten Plastiktischchen und löffeln aus vor Trockeneisnebel überquellenden Tellern, dabei ein kauzigen Dialog in einer knorrigen Fantasiesprache zum Besten gebend, bis das Ganze mit einer großen „Arie“ von Cornelia Melián gleichsam „an der Rampe“ endet.
Puren Slapstick an zwei winzigen sogenannten Toypianos präsentierte das Duo Melián/Liebner schließlich in der Uraufführung von Ernst Becherts „Die Finalistinnen“, angefeuert vom Komponisten selbst, und herrlich komisch mit Argus-Augen bewacht von Mathis Mayr, der den Schiedsrichter spielen durfte. Klaus Kalchschmid
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Listen Up
Süddeutsche Zeitung, 18.9.2006
Theatrale Querschläge /
Die Micro Oper München feiert ihren 15. Geburtstag
Ein Sänger oder Sängerin und ein Korrepetitor, das ist die Zelle, die die Oper im Innersten zusammenhält: Monade des ganzen Apparats. Das haben sich wohl vor nunmehr 15 Jahren die Sängerin und Stimmkünstlerin Cornelia Melián und die Pianistin Sabine Liebner gedacht, als sie die Micro Oper München gründeten. Seither begleiten sie das Münchner Musikleben mit theatral-akustischen Querschlägen, mit Low-Price-Ausstattungspropanz, der merkwürdig schräg und flatternd wie ein bunter Vogel zum klanglichen Geschehen steht, das mit den Konventionen der wohlbestallten Bühne längst gebrochen hat. Die Micro Oper München ist nicht nur Korrektiv, sie geht auch auf die Vorstellungen heutiger Künstler ein, die der großen Oper skeptisch gegenüber stehen – und diese Reihe wächst.
Zum 15. Geburtstag der Micro Oper hatten Cornelia Melián und Sabine Liebner manch vormalige Ausstattungsutensilien gleichsam, als Erinnerungsdekoration in die Black Box im Gasteig mitgebracht. „Liese Laute – Klirrende Klänge – Tosende Töne“ waren zuvor altdeutsch stabreimend versprochen worden. Mir einer Uraufführung des Hamburgers ernst Bechert sowie neueren Stücken von Olga Neuwirth und Carola Bauckholt und dem schon über dreißig Jahre alten Stück „Apparition“ für Stimme und Klavier des amerikanischen Mystikers George Crumb war eine illustre Folge entstanden. In den Umbaupausen (besser gesagt: Umpräparierungspausen) wurde noch Cage mit Muschelhörnern oder dem Klang gezupfter Kaktusstacheln eingeschmuggelt oder ein künstlicher Vogel zwitscherte unverdrossen bis zum erschlaffen der Aufzugsfeder sein Lied.
Der Abend war locker konzipiert, wie eine kleine Geburtstagsfeier eben, doch Nachdenkliches oder Verunsicherndes schlich sich immer wieder dazwischen; sei es Becherts Tonband/Stimme-Stück über ein Wiegenlied in einer mittlerweile ausgestorbenen afrikanischen Sprache, sei es Bauckholts Bild eines einsam bellenden Hundes in eisiger Landschaft oder Neuwirths Klavierkaskaden, die gegen den penetrierenden Klang eines Ondes Martenot ankämpfen.
Am nachhaltigsten aber wirkte „Apparition“, ein flirrendes schattenhaftes Nachdenken über Tod und Wiedergeburt, über Kommen und Gehen. Der Micro Oper aber wünscht man mit solchen Programmen noch eine gute Weile das Bleiben. Reinhard Schulz
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Süddeutsche Zeitung, 15.9.2006
Hausstaub und laszive Lieder/
15 Jahre Micro Oper München in der Black Box
Blut geleckt hat Cornelia Melián, ausgebildet unter anderem in Basel von René Jacobs, Mitte der achtziger Jahre bei den „Fliegenden Bauten“. „Philosophisches Volkstheater“ hatte sich das Ensemble aufs Papier geschrieben und tourte damit als fahrendes Volk mit Zelt und eigenem Fuhrpark durch die Lande. Zwar wurde Cornelia Melián das Ganze bald zu eng, aber vom ebenso experimentellen wie theatralischen Umgang mit Musik kam sie nicht mehr los. Hatten doch Henze, Berio und Cage ehrgeizige Projekte mit dem Ensemble verwirklicht und allen Beteiligten gezeigt, wie hoch sie ihre Arbeit schätzen.
Mit Sabine Liebner, der auf Neue Musik spezialisierten Pianistin, gründete die Sängerin deshalb vor 15 Jahren die „Micro Oper München“. Alle Jahre wieder präsentieren die beiden hier und auch in zahlreichen Gastsspielen höchst phantasievolle, lustvoll querständiger Programme. Anfang der neunziger hatten die beiden Künstlerinnen alle Lieder des französischen Musik-Genies Erik Satie auf CD eingespielt und wollten sie mit einem Regisseur auch auf die Bühne bringen. Als erste Stücke waren daher in München “From SatiesFactory“ und „Satierikon“ I+II zu sehen. Schauspieler und Musiker wurden aus Kartons geschnitten, und eine ganz eigene Körpersprache für alle Künstler prägte die Aufführungen.
Schon im folgenden Projekt mit „lasziven Liedern, rasenden Raps und schnellen Schlagern“ wurde eigens komponierte Stücke verwendet, wie später immer wieder – wenn der Etat das erlaubte.
Warum aber macht das Duo Melián/Liebner einen weiten Bogen um das „instrumentale Theater“ eines Maurizio Kagel, der damit doch auf gleicher Frequenz funkt? „Da ist ja alles schon vorgesehen, was wir in der Musik erst entdecken wollen, lautet die knappe Antwort. So wagte man sich immer wieder an Werke des Universalisten John Cage, zuletzt vor einem Jahr mit einer wunderbar schrägen und umwerfend komischen Performance „Cage Up 2“ in der Black Box des Gasteigs.
Doch auch „Liebesmelodien“ von Fauré bis Schönberg widmetet sich 1995 ein Programm (Loves Labour Lost - Schwerliebchenlieder“) oder einem einstündigen Stück von Olivier Messiaen für Stimme und Klavier (Harawi – Chant d'amour et de mort“, 1998). Mit „Der Schmutz/100 easy pieces“ war man 1996 bei der Münchner Biennale für zeitgenössisches Musiktheater zu Gast. 2001 folgten die „Abenteuer des kleinen Hausstaubs“.
Das neueste Programm nennt sich „Listen up – inszenierte Musik mit still tosender Musik“, Stücke von Carola Bauckholt, Olga Neuwirth, George Crumb und eine Uraufführung von Ernst Bechert werden für das Paradoxon des Titels die rechte Folie abgeben: hintergründiger Humor mit einer Prise Aufsässigkeit -“ für alle, die sich über kleine, verquere Dinge freuen können. Klaus Kalchschmid
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Cage Up 2
Mitteldeutsche Zeitung, 14.11.2006
Gurkenhobel und Spielzeugklavier
„...überraschend ist, wie unterhaltend es in Cage Up2 zugeht, witzig zuweilen, humorvoll auch, verspielt.....Die Kleider der Musikerinnen rascheln, bunte Fummel, ebenfalls Instrumente. Die Arie, die sich selbst verschluckt. Die Arie, die gegurgelt wird. Bald flüstern Kakteen, bald werden Gurken geschält, Gemüse aus der Schüssel gerührt. Lautgedichte werden aufgetragen. Und wenn die beiden streiten, ist die Zurückhaltung so genial wie das konzentrierte Spiel. Ein Spiel für große Kinder, ein Nummernprogramm, das sich am „Song Book“ orientiert.....“ Thomas Altmann
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Süddeutsche Zeitung, 20.9.2005
Gut gestöhnt
„Cage up“ – das klingt nicht nur nach dem Komponisten gleichen Namens, sondern auch nach Ketchup. Und wenn man darunter eine Würzmischung versteht, nicht eine alles vereinheitlichende Tomatensoße, dann trifft das die Performance von Cornelia Melián und Sabine Liebner von der Micro Oper München in der Black Box des Gasteigs. Denn der theatrale Witz und d das perfekte Timing des 80-minütigen Abends in der reihe „Lautwechsel“, die Auswahl der Stücke (meist aus dem Songbook von 1970) und ihre prägnante Inszenierung und Darbietung auf verschiedenen Stationen im Raum verdichtete sich immer mehr zu einem exzellenten mehrgängigen Menü.
Eine Nummer wie „Branches“ von 1976 für cacti instruments“ etwa, ein per Mikro verstärktes Zupfen auf Kakteenstacheln, wurde auch nach einer Viertelstunde nicht langweilig. Und die lange, von Cornelia Melián ausnehmend virtuos mehr gehustete, gestöhnte und geschrieene als gesungene Arie (Songbook Nr.52) bekam begeisterten Applaus. Der Enthusiasmus und die humorvolle Ernsthaftigkeit, mit der die beiden Performance-Künstlerinnen ihr bereits zweites John-Cage-Programm präsentierten, übertrug sich direkt aufs Publikum – beim Muschelrauschen genauso wie bei dem wie archaische Stammesmusik klingenden präparierten Flügel, bei „Dream“ von 1948 auf dem von allen Fremdkörpern befreiten Klavier, beim Gemüseschnippeln im Akkord (nebst akustisch schmerzhaften Hammerschlägen) oder den Beschimpfungen im Duett.
Dennoch war das Zwitschern zweier täuschend echt klingender und sich bewegender künstlicher Nachtigallen in einer kleinen Voilere am Ende ebenso schön wie alles zuvor gehörte. Aber das mögen die beiden „schrägen Vögel“ im langen Bastrock als ein dickes Kompliment ansehen. Klaus Kalchschmid
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Süddeutsche Zeitung, 7./8. Februar 2004
„...Für die gute Unterhaltung waren in ersten Linie die Damen Cornelia Melián und Sabine Liebner der Micro Oper zuständig. Micro Oper München präsentiert Cage als echten Altmeister ernsthafter Albernheit. Gurkenschneiden wird zum perkussiven Erlebnis, auch weil die Abendkleider glitzern und es eigentlich gar nichts zu lachen gibt.....meisterhaft......“ Egbert Tholl
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Süddeutsche Zeitung, 12./13.Oktober 2002
„...in CAGE UP der Micro Oper München sprühen Funken von dem geistreichen Witz des radikalen Neutöners John Cage...und Sängerin Cornelia Melián glänzt im Solo für Stimme mit ungemeiner Ausdruckspalette. Sie stöhnt, kreischt, schnattert und stammelt sich die Laute vom Leib und riss die Zuschauer zum spontanem Applaus hin. Pianistin Sabine überzeugte mit klanglichen Preziosen am präparierten Klavier......“
Ulrich Möller-Arnsberg
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Ariadne
Süddeutsche Zeitung, 19.04.05
Improvisationsfreudig und technisch versiert
„.... da bedarf es fantasiebegabter und improvisationsfreudiger Interpreten - solche, die dazu noch technisch versiert, haben den Abend zu einem Erlebnis eigener Art gemacht. ...Da baute sich die stimmenmächtige Cornelia Melián auf und ließ eine Kaskade von Gesangslinien bis zur Stimmverzerrung, Presstönen und Negativstimme vom Stapel. Ein umwerfender Akt...“ Claus Regnault
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Münchner Merkur, 01.04.05 „...Die Ariadnen zeigten eine großartige künstlerische Leistung“ wvs
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Münchner Merkur 15./16.1.05
Fünffache Ariadne im Theater i-camp Theater
Vier weibliche Wesen – ins Feuerrot der Liebe gekleidet. „Nummer fünf, die Rebellin, trägt nur noch eine rote Nelke am Herrenjackett. Alle heißen sie Ariadne und liegen entspannt auf ihren riesigen Sack-Sesseln, die wie graue Kykladeninseln auf der schwarz glänzenden Bühne des Münchner i-camp Theaters zu schwimmen scheinen: „Ariadne – eine musikalische Spurensicherung“, komponiert von Helga Pogatschar, uraufgeführt soeben von Cornelia Melián Micro Oper.
Sind wir auf Naxos, wo Theseus Ariadne treulos alleine zurückließ? Ja – oder doch eher nein? Zwar bestellt Ariadne die Liebende – Melián stimmschön schmachtend- im Beach Hotel Poseidon noch ein Doppelzimmer. Aber man ist hier doch mit prächtig gesanglicher Selbstironie dabei, den Faden zum Macho Theseus zu zerreißen. Während Helga Pogatschar elektronische Musik dumpf dröhnt und rhythmisch stampft, labert Ariadne die Kindliche vom Papa mit den Hörnern auf der haut. Und Ariadne die Weise führt uns nicht aus dem Labyrinth heraus, im Gegenteil: Sie webt eines quer über die Bühne mit ihrem roten Garn – wo dann auch schon Ariadne die Wahnsinnige lauert wie eine gefräßige Spinne in ihrem Netz. Und Ariadne die Rebellin hackt Abschiedsbriefe in ihre alte Schreibmaschine.
Monika Manz ist starker Schauspiel-Gegenpol zur Sängerin Melián. Diese fünffache Ariadne redet sich u.a. mit Foucault, Genet und Ovid den Frust von der Seele, singt sich frei, raunt, flüstert, hechelt und zelebriert ein parodistisch nuttiges Beschwörungsritual. Regisseur Saule Ryan fand schlüssige Bilder für seine Darstellerinnen, hat ihnen viel Freiheit gelassen. Und der Bewegungs –Regie hätten ein bisschen mehr Fantasie und Kontur gut getan. Wenn man jedoch vergleicht mit dem Budget und technischen Apparat von staatlicher Oper, dann ist hier doch immerhin das gelungen, was Cornelia Meliáns arme freie Gruppe stolz als Titel trägt: eine ansehnliche „Micro Oper“. Malve Gradinger
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Cage Up
Süddeutsche Zeitung
„Ein Cembalo, ein präparierter Flügel, ein Rhodes-Piano, ein DX21 und ein Spielzeugklavier. Die Black Box im Gasteig, wohin die Micro Oper München aus Anlass des 90.Geburtstags von John Cage einlädt, ist zur zeit als musikalisches Labor eingerichtet. Den roten Faden zu dem programm „Cage Up“ liefert eine Auswahl aus den Songbooks (1958-70), die von Sängerin Cornelia Melián und Pianistin Sabine Liebner ausgelotet werden. Kokett summen die Interpretinnen den Anfangs-Dreiklang der Nationalhymne, spielen sie subtil mit den Intervallen. Und Sängerin Cornelia Melián glänzt im Solo für Stimme mit ungemeiner Ausdruckspalette. Sie stöhnt, kreischt, schnattert und stammelt sich die laute vom leib und riss die Zuschauer zu spontanem Applaus hin. Pianistin Liebner überzeugte indes mit klanglichen Preziosen am präparierten Klavier.“
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Die Abenteuer des kleinen Hausstaubs (UA)
Süddeutsche Zeitung
„In zehn Jahren können sich eine ganze Menge Staub, Dreck, Flusseln, Glubber und Schmiere ansetzen, ganz zu schweigen von Amöben, Milben und anderen lebenslustigen Untermietern in diesen Abfallprodukten der Moderne. Zu solchem Dreck, auch wenn man ihm nie so völlig entgehen kann, bekennt sich keiner gerne. Gerade deshalb hat die Micro Oper München, die gerne alles anders macht, sich den „Schmutz“ fürs zehnjährige Überleben und Bestehen ausgesucht.
Ein Akt der Bekenntnis, der aber auch das Können der Truppe belegen soll, die sich immer wieder in neuen Formationen um Sängerin Cornelia Melián und Pianistin Sabine Liebner schart. Zuerst kramen die Micronesen ein bereits auf der Musiktheater-Biennale 1996 uraufgeführtes und für die Neuaufführung überarbeitetes Schmutz-Stück von ernst Bechert hervor. Bechert zeigt uns noch einmal das 20.Jahrhundert, bemüht Texte von Christian Enzensberger, Ponge und Jandl genauso wie seine versierte Kompositionstechnik. Das ergibt eine Systematik des Drecks, fein säuberlich hingezirkelt – aber die wahre Drecksau lässt Becher nie heraus.
Ganz anders Helga Pogatschar, die einen Text von Hans-Peter Ostermair unter dem barocken Monstertitel „Die Abenteuer des kleinen Hausstaubs oder welch ungezügelte Erotik doch in einem unscheinbaren Klumpen Dreck stecken kann“ kurzweilig ironisch veropert. Hier war man bei der Sache und wälzte sich lustvoll in der Straßenpfütze, elegant angeschmiert mit Altöl und dem kontaktfreudigen, wenn auch domestiken Staub.
Komponistin Helga Pogatschar hetzte das lustvoll spielende Ensemble immer wieder in reichlich vermüllte Gesellschaftstänze, die oft an den Wassern der ölverschmierten Pfütze taumelten und jammernd auch immer wieder hineinplatschten. Damit erreichte der Abend das ausgelassene Niveau eines Kindergeburtstages: der beste Ausgangspunkt, um auch noch die nächsten 100 Jahre microopern zu können.“
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VEX – eine Medienoper
dpa
„....Elektronische Klänge jagten durch eine ehemalige Fabrikhalle, kommentiert von Live-Klavierpassagen. Aus einem fast mystischen Klang einfacher Pianoakkorde entwickelte sich ein fulminantes Soundchaos, das sich wieder zu minimalistischen Gesangssequenzen beruhigte. Die schaukelnden Zuschauer wurden zu einem Teil der akustischen Rauminstallation, umgeben von Videoprojektionen an den wänden und der Decke. Durch die ständige Bewegung im Raum entstand eine fast psychedelische Atmosphäre. Das Premierenpublikum spendete langen Beifall.“
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Harawi
Süddeutsche Zeitung
„...Die sehr diesseitigen, exstatisch wiederholten Lautmalereinen bewältigt Cornelia Melián mit dem Instinkt einer Artistin. Sie formt Tierlaute, sie zwitschert wie ein Zaunspatz, kratzt wie eine Heuschrecke und schleudert den Todesschrei eines Kalbes in den Raum. Sabine Liebners Spiel kennt die Farben in denen HARAWI schillert. Mechanisch ächzen jene Vogelstimmen, die Messiaen in der Klavierbegleitung stilisiert und das ostinate Kreisen der Gestirne bleibt ein Taumel.
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Sing like a factory
Süddeutsche Zeitung
„ ....Denn die Frage, vor die sich die Münchner Mikro Oper gestellt sah, war: Wie inszeniert man John Cage, diesen Extremisten der Stille, ohne weihevolle Betulichkeiten, ohne Kniefälle angesichts seiner kreative Übergröße?....Tatsächlich gelang Mezzosopranistin Cornelia Melián und Pianistin Sabine Liebner in der Black Box Gasteig mit ihrem sorgfältig zusammengestellten Cage-Programm „sing like a factory“ so etwas wie eine idealtypische Cage-Performance.
Hier hatte die Ästhetik des Verklingens und Verstummens, hatten die gezielte Absichtslosigkeit Cages und das kalkulierte Spiel mit den feinen Geräuschen einen Raum. Die beiden Musikerinnen fanden sich von Regisseurin Cornelie Müller in einer weißen Box platziert, die sich nach und nach zu einer Bühne der Andeutungen, des Schweigens und des Verstummens machte, wo selbst das feine Knistern der Plastik-Kostüme und der unablässig abrollenden Plastikbahn, die den Raum aufzufüllen droht, fast schmerzhafte Intensität gewann........Um sich dem Komponisten und Theoretiker John Cage zu nähern, muss in allem auch das Gegenteil gedacht werden. Dass es dabei nie zu bloßer Beliebigkeit kam, verdankten wir den beiden Musikerinnen, die verspielt und kompetent, sensibel und humorvoll Cages Klangwelt der Miniaturen durchstreiften.
Erstaunlich, wie vergnüglich die Avantgarde doch sein kann.
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Der Schmutz – 100 easy pieces
Münchner Merkur
„ Das gut einstündige Werk hat es verdient, über die Biennale hinaus gehört und gesehen zu werden....“
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AZ München
„...der Schmutz ist von allen Biennale-Opern dem Theater mit Sicherheit am nächsten.....hervorragende Musiker....“
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Stuttgarter Zeitung
...Wer sich darauf einlässt, erlebt einen Abend, der an Spannung und „Action“ seinesgleichen sucht. Zu danken ist das den Akteuren auf der Bühne, die in Worten, Tönen, Geräuschen und Bewegungen derart virtuos agieren, dass des Staunens kein Ende ist....“
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Rote Nacht – musikalisch erotische Turbulenzen
tz München
„ Frech setzt es barocken Wohlklang gegen klangvollen Lärm (David Moss), mischt E und U, klassische Instrumente und High Tech, Werbespots, Porno und Liebeslyrik zu einem modernen Mikrokosmos.“
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Loves Labour Lost
Stuttgarter Zeitung
„....Love, Labour, Lost spottet jeder herkömmlichen Präsentationsform „Klassischer Musik“ und führt sie intelligent ad absurdum. Erstaunlicherweise nimmt dabei die musikalische Interpretation keinerlei Schaden. Sabine Liebner kann sozusagen in alle gymnastischen Lebenslagen mit subtiler Anschlagskultur in die Tasten greifen und Cornelia Melián macht es nichts aus, auf dem Flügel liegend mit dem Kopf nach unten zu singen. Poulencs Eluard-Vertonungen gewinnen so geradezu surreale Qualitäten.“
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Stuttgarter Nachrichten
„.....Die stimmlich äußerst wandlungsfähige und nuancenreiche Cornelia Melián ließ sich zusammen mit der exzellenten Pianistin Sabine Liebner und dem feist-robusten Akteur Thomas Oßwald zum Thema „Ach, wie m ich das aufregt!“ über die zwanziger und andere turbulente Jahre Ungewöhnliches einfallen.....Die Piecen gerieten zum Hörvergnügen.“
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Bietigheimer Nachrichten
„....Lieder der zwanziger und dreißiger Jahre hervorragend vorgetragen von Cornelia Melián und brillant begleitet von Sabine Liebner. Wirklich schön!...“
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Professorenschlager
Süddeutsche Zeitung
„....Es scheint so, als hätten all die schrägen Neutöner und verbissenen Avantgardisten nur darauf gewartet, endlich einmal Melodien zu schreiben, im Blues zu schwelgen oder rockige Rhythmen anzuschlagen. Das Leben der Bohème: zumindest ein schöner schein davon – und als Abendausklang ein Muss!“
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Satierikon I und II
Süddeutsche Zeitung
„...kein Zweifel: Die Musikgötter müssen verrückt geworden sein. Peter Baer hat einen herzallerliebste Spaß angerichtet..............Ein wunderbar komischer, akrobatischer Cabaret – und Kabarettabend.
So nah diese Satie-Collage mitunter dem schieren Zirkusspaß und der enthemmten Varieté-Spinnerei ist, so geschickt beschwören die Mitspieler zwischendurch die sentimentale Chansonseligkeit einer längst vergangenen Zeit.“
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Hamburger Morgenpost
„.....So entstehen in der ebenso schlichten wie genialen Montage absurde, mit Akrobatik durchsetzte Bilder zu Saties Musik. Eine brillante Performance, die Spaß macht.
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From SatiesFactory
Hamburger Abendblatt
„.....Große Kunst aus kleinen Kisten....wer sich ergötzen möchte, wie Klang, Bewegung, Ausdruck, subtiler Humor und konzentrierte Poesie zum unvergesslichen Ereignis verschmelzen können, der gebe der Micro Oper die Ehre.“
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tz München
„...Ein komisch genaues Spektakel der Brüche oder: die perfekte Fortsetzung von Saties Musik mit theatralen Mitteln.“
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Nürnberger Nachrichten
“From SatiesFactory zwischen Ernstem und Clowneskem, Filigranem und Sperrigem, Sanften und Grellem; gestochen scharf und delikat gespielt und geradezu hinreißend gesungen – eine witzige und stimmige Begegnung mit dem Autor. Die Umsetzung trifft dabei genau die Nuance.“
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Münchner Merkur
„der süperben Cornelia Melián gelingt mit einer kleinen Crew ein hinreißender Abendfüller: 90 Minuten spirituell-musikalisches Wohlbefinden bei surrealistischen-kubistischen Traumbildern.“
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Inhalt
> One-Woman-Opera
> Play Away
> Listen Up
> Cage Up 2
> Ariadne
> Cage Up
> Die Abenteuer des kl. Hausstaubs
> Vex
> Harawi
> Sing like a factory
> Loves Labour Lost
> Rote Nacht
> Professorenschlager
> Satierikon I + II
> From SatiesFactory
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